Die Neubauten der Schule
Vieles hat sich getan in den letzten Jahren. Die Fördermittel des Bundes und vielleicht auch das Argument, dass der Schule mit dem Verlust des Internats wichtige Räume genommen wurden, haben so manche Neuerungen möglich gemacht, welche in Zeiten anhaltender Sparpolitik eigentlich kaum denkbar erschienen.
Im Folgenden werde ich Euch die Neubauten des Gymnasiums vorstellen:
Die Neue Sporthalle
Sie ist auf den ersten Blick nicht unbedingt jedermanns Geschmack und will sich der vorhandenen Bebauung auch so gar nicht anpassen; das aber war beim Neubau der 70er Jahre letztlich auch nicht anders.
Ich selbst habe mich inzwischen schon gut an die große Wellblechschachtel gewöhnt. Je länger sie dasteht, desto unauffälliger wird sie, und mit dem wachsendem Naturgrün davor schiebt sie sich - trotz Ihrer wuchtigen Ausmaße – optisch zunehmend in den Hintergrund.
Aussehen hin oder her, entscheidend sind natürlich viel mehr ihre inneren Werte. Und das sind neben einer normgerechten Sporthalle auch noch die neuen Umkleiden und Duschen sowie mehrere Musikräume mit einer entsprechend guten Ausstattung.
Mir persönlich fehlen in der großen Halle zwar die Fenster und der schöne Blick nach draußen, aber zumindest werden nun die Badminton-Spieler nicht mehr von der Abendsonne geblendet. Und die neuen Dusch- und Umkleideräume entsprechen endlich dem Standard der Zeit.
Die Cafeteria
„Offene Ganztagsschule“ nennt sich unser Schulbetrieb seit einigen Jahren. Das bedeutet, dass auch nachmittags Unterricht und Arbeitsgemeinschaften stattfinden. Dies ist allerdings nicht annähernd mit dem umfangreichen Gildenangebot des früheren Internats zu vergleichen und auch nicht mit einer echten Ganztagsschule.
Vielmehr ergibt sich durch Änderungen in der Unterrichtstruktur (5-Tage-Woche, 8-jähige Gymnasialzeit) zwangsweise die Notwendigkeit, mehr Unterricht auf den Nachmittag zu verlegen, um das Soll erfüllen zu können.
Da sich aber aufgrund von Bundeszuschüssen die Möglichkeit bot, eine Cafeteria zu bauen, haben wir diese Gelegenheit wahrgenommen und so nicht nur einen Esspunkt, sondern vor allem einen neuen Treffpunkt geschaffen. Ob zum Gespräch in den Pausen oder zum Arbeiten in den Freistunden - fast immer sieht man große und kleine Schülergruppen an den Tischen sitzen und kann allenfalls bemängeln, dass sie vielleicht doch zu klein geplant wurde.
Die Cafeteria befindet sich als Anbau vor der alten (der bisherigen „neuen“) Turnhalle, also in der Verbindung zwischen dem alten Turnhallengang und der neuen Kasten-Halle und besitzt sogar eine überdachte Veranda. In ihr bietet Frau Jess den ganzen Vormittag über eine große Palette von Backwaren an (natürlich auch die berühmten Schleifen) und mittags gibt es sogar eine warme Mahlzeit zu günstigem Preis.
Dementsprechend macht der Unterricht nach der 6. Stunde eine 35-minütige Mittagspause, in der sich alle, die danach noch weitere Stunden, Orchester, Chor oder Sonstiges haben, in Ruhe verpflegen können. Das ergibt für alle Nostalgiker wie mich zumindest einen Hauch von Rittersaal-Atmosphäre, wenn auch ohne Schweigezeit und Ansagen durch den Sprecher.
Die alte Sporthalle (das ist die, die früher „neue Halle“ hieß) bleibt dabei weiter in Betrieb, denn eine Halle allein kann den Bedarf nicht decken. Sie ist jetzt ebenfalls von den Umkleideräumen im Neubau aus zu erreichen.
Hingegen ist die uralte Halle, also die aus der Kaiserzeit, jetzt vom Alltag des Sportbetriebs befreit. Vorbei, dass hohe Bälle von den Deckenbalken abprallten und ungeahnte Richtungen einschlugen. Vorbei das harte Training der Sprunggelenke auf dem unelastischen Holzboden.
Die neue Aula
Die uralte Sporthalle ist jetzt die neue Aula. Und unsere neue Aula ist ein echtes Schmuckstück geworden. Und deutlich nützlicher als die kleine alte Schulaula.
Endlich besteht bei Theateraufführungen nicht mehr die Gefahr, dass der Zuschauer aufgrund von Sauerstoffmangel den Schlussakt nur noch im Dämmerzustand erlebt. Große Raumhöhe und moderne Belüftung lassen jetzt auch Aufführungen von fünf Stunden ohne Pause zu.
Hier ist ein hübscher, zweckmäßiger Veranstaltungsraum entstanden, der sich dennoch den besonderen Charme der alten viktorianischen Hallenkonstruktion bewahrt hat. Schnell lässt er sich in einen Theaterraum verwandeln oder in einen Ballsaal wie z.B. beim letzten Butenplönertreffen. Beamer und Leinwand ermöglichen bebilderte Vorträge. Im hinteren Teil befinden sich einige Räume, die bei Theateraufführungen als Backstage-Räume Verwendung finden.
Über dem Eingangsbereich erweitert eine kleine, feine Zuschauertribüne die Zuschauerkapazität und gewährt ganz neue Blickwinkel. Und in den alten Umkleideräumen ist sogar Platz für eine Garderobe.
Ein Bericht von Robert Klein












