Rundgang durch das Schlossgebiet - das ehemalige Internatsgelände

Macht doch mal einen Rundgang durch das Schlossgebiet. Die meisten Gebäude, die Ihr noch aus der Internatszeit kennt, wurden inzwischen liebevoll restauriert.

Das Schlossgebiet von oben

Der eindrucksvolle, denkmalgeschützte Gebäudekomplex des Plöner Schlossgebiets spiegelt dessen über 300-jährige, wechselvolle Geschichte wider und gehört zweifelsohne zu den schönsten Schlossanlagen in Schleswig-Holstein. Mit seinen schattigen Alleen, dem Schlossgarten und den vielen liebevoll restaurierten Gebäuden ist es immer einen Besuch wert.

Es ist hinlänglich bekannt, dass das Schloss mit großem finanziellen Aufwand restauriert wurde. Dabei gehen die vielen Nebengebäude des Schlossgebiets wie die Kaiserliche Schwimmhalle oder die Kommandeursvilla und rund um die Reitbahn wie das Uhrenhaus und das Lazarett (besser bekannt als "Sextanerheim") etwas unter.

Wir haben für Euch Informationen über die drei Wohngebäude des ehemaligen Internat Schloss Plön zusammengestellt. Ideen für einen Rundgang und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Gebäuden findet Ihr auf den Seiten der Tourist Info.

Führung duch das Plöner Schloss

Das Schloss wurde 2002 für 3,6 Millionen Euro an die Fielmann Akademie veräußert. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten hat die Firma dort 2004 eine öffentliche Bildungsstätte für das Augenoptikerhandwerk eröffnet. Die Umbaukosten betrugen rund 28,5 Millionen Euro, das Land Schleswig-Holstein übernahm davon gut 11,8 Millionen Euro.

Der Gartensaal (ehemalige Duschräume)
Der restaurierte Rittersaal
Die Prachträume Herzog Friedrich Carls
Die Schlosskapelle (ehemals Remter)

Seit der offiziellen Eröffnung 2006 finden regelmäßig Führungen durch das neue alte Schloss statt. Nutzt auf jeden Fall die Gelegenheit, Euch es von innen anzusehen. Auch wenn in den restaurierten und herausgeputzen Räumen der Fielmann Akademie nicht mehr viel an die Internatszeit erinnert, beim Begehen der Räume kommt so manche Erinnerung an die "gute alte Zeit" wieder hoch, an eine einzigartige Jugend. Diese können auch vor dem neuen Gesicht des Schlosses nicht verblassen.

Die Führung beginnt im Gartensaal mit der Gemälde-Galerie der Plöner Herzoge. Zu Zeiten des Internats befanden sich hier Wasch- und Duschräume, daher mußte bei der Restaurierung des Schloss der Gartensaal vollständig neu erschaffen werden. Hier hängen Gemälde, welche die Plöner Herzöge darstellen und die zu der einstigen Ausstattung des Schlosses gehörten.

Danach geht es in den Rittersaal mit seinen prunkvollen Kronleuchtern, die nach alten Vorbildern für den Rittersaal neu angefertigt wurden. Auch heute finden hier wie in alten Internatszeiten Tagungen, Konzerte, Ausstellungen und Theater statt. Übrigens: Eine Ritterschaft gab es im Plöner Schloss nie. Den Namen erhielt der Saal im 19. Jahrhundert, als das Schloss dem dänischen Königshaus als Sommerresidenz diente, und lehnt sich an die Rittersäle in den dänischen Schlössern an.

Sehenswert sind zweifelsohne auch die herzöglichen Gemächer mit dem Paradezimmer von Herzog Friedrich Carl. Manchen von Euch sind die Räumlichkeiten gut bekannt: In einem anderen tagte die Erzieherkonferenz, kurz EK, bei der so manche Sünder vorstellig werden und auf seine Strafe warten mußten. Nicht zugänglich ist leider die Herzogliche Bibliothek.

Abschließend kann man die zweigeschossige Schlosskapelle im Erscheinungsbild von 1897 mit ihren Wandmalereien bewundern. Kaiserin Auguste Victoria von Preußen ließ sie mit historistischen Malereien ausschmücken. Die Nationalsozialisten hatten später dort eine Zwischendecke eingezogen und die farbigen Wandmalereien weiß überstreichen lassen. Auf halber Höhe entstand ein Versammlungsraum, der vielen als Remter bekannt ist.

Hinter der Kapelle befindet sich die Gruft des Schlosses, in der dreizehn Sarkophage aus der Zeit der Plöner Herzöge überdauert haben. Das aufwendigste Grabmal ist der aus einer Kopenhagener Werkstatt stammende und in Rokokoformen gestaltete Sarg des Herzogs Friedrich Karl aus dem Jahr 1766.

Manchen kann es passieren, daß gegen Ende der Führung auch der Meisterschulbereich mit einem kurzen Einblick in die heutige Nutzung des Schlosses gezeigt wird. Wen das weniger intessieren sollte, dem sei die Galerie im Flur vom ehemaligen Bereich Stormarn ans Herz gelegt. Zu sehen sind viele Bilder von den Renovierungsarbeiten, aber auch vom verlassenen Schloss, als das Internat endgültig seine Pforten schliessen mußte (einige davon wurden fotografiert und in die Mediathek eingestellt). Die Interpretation der dort getroffenen Aussage bleibt jedem selbst überlassen.

Im Zuge des Butenplönertreffens bieten wir samstags immer eine Führung durch das Schloss an. Diese dauern 45 bis 60 Minuten und sind kostenfrei. Weitere Besichtigungen können über die Fielmann Akademie gebucht werden. Da die Plätze begrenzt sind, erfolgen diese nur auf Voranmeldung. Der Eintritt ist kostenlos. Führungstage: Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag, zwischen 16.30 Uhr und 18.30 Uhr.

Führung duch das Prinzenhaus

Das Land Schleswig-Holstein fand keinen Investor für das Prinzenhaus, und so wurde es 1999 an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übertragen. Plöner Bürger gründeten einen Verein, der den Erhalt des Hauses und eine mögliche öffentliche Nutzung in der Zukunft vorsah. In Zusammenarbeit mit der Stadt Plön, dem Landkreis und dem Landesamt für Denkmalpflege wurde ab 2000 mit der Sanierung des Gebäudes begonnen.

Das Prinzenhaus nach der Renovierung

Nach dreijähriger Restaurierung wurde das Gebäude dem Verein Prinzenhaus zu Plön übergeben, dessen Aufgabe es ist, das Haus ideell und materiell zu fördern. Konzerte, Empfänge, Vorträge, Tagungen und geführte Besichtigungen machen das Prinzenhaus wieder zu einem Ort festlicher Kultur.

Eine Dauerausstellung befasst sich mit der Geschichte des Hauses. Die Säle mit ihrer Rokoko-Ausstattung können im Rahmen der Führungen ebenfalls besichtigt werden. Seit 2011 bieten wir am Butenplöner-wochenende auch Führungen durch das Prinzenhaus an. Ansonsten finden Führungen ganzjährig statt. Sonderführungen können mit der Tourist Info Plön vereinbart werden.

Friedrich Karl im Kreise seiner Familie

Im ersten Raum der Ausstellung erfährt der Besucher einiges über Herzog Friedrich Carl von Sonderburg-Plön, den standesbewußten und musikliebenden, aber zugleich auch fortschrittlichen Landesherrn. Die Reproduktion eines großen Gemäldes zeigt Herzog Friedrich Carl und Familie im Park der Sommerresidenz Traventhal in der Pose eines selbstbewußten absolutistischen Fürsten. Er fühlte sich aber auch dem Wohl seiner Untertanen verantwortlich, daher gab er eine Kirchen-, Schul-, Dienstboten- und Feuerordnungen heraus und regelte das Polizeiwesen. Landwirtschaftlichen Reformen galt Friedrich Carls besonderes Interesse. Schon 1735 begann er in Teilen seines Herzogtums die Leibeigenschaft aufzuheben.

Modell vom Barockgarten mit Gartenschloss

Im zweiten Raum steht ein Modell des herzoglichern Barockgartens, angefertigt von Plöner Bürgern nach zwei Kupferstichen von 1749 und 1750 im Mittelpunkt. Schon im Jahr seines Regierungsantritts beauftragte Friedrich Carl seinen Hofgärtner George Tschierske einen Lustgarten anzulegen. Die heute noch vorhandenen Alleen wurden 1732 mit "Holländischen Linden" bepflanzt. 1783 wurde im Plöner Lustgarten eine Fruchtbaumschule eingerichtet. Sie diente der Zucht von verschiedenen Apfel-, Birn-, Kirsch-, Pflaumen- und Walnußbäumen, die an die Bevölkerung gegen Bezahlung ausgegeben wurden. 1839 wurde diese im Zuge der Umgestaltung des Plöner Schloßgebietes zur Sommerresidenz König Christians VIII. von Dänemark aufgegeben. Der Baumbestand des an ihrer Stelle gestaltete Landschaftspark ist teilweise noch vorhanden.

Portraits zeigen die bedeutendsten Besucher der Familie

Ein Teil des dritten Raumes ist der Familie von Rosen gewidmet, die das Rokoko-Palais von 1782 bis 1871 bewohnte. Das nunmehr als "Schloßgarten-Pavillon" bezeichnete Lusthaus wurde dem jung vermählten kgl. dänischen Jägermeister, Oberförster und Kammerjunker Andreas Gottlieb von Rosen als Dienstwohnung angewiesen. Nach seinem Tod durfte die verwitwete Tochter Marie von Wedell-Wedellsburg hier wohnen bleiben, seit 1867 mit preußischer Genehmigung. Eindrucksvoll ist eine vergrößerte Fotografie des Gartensaales: Aus dem Festsaal des fürstlich repräsentativen Lusthauses war der voll möblierte Gesellschaftsraum einer adligen Familie mit großem Freundeskreis geworden. Die hier gezeigte Einrichtung war von Marie von Wedell-Wedellsburg nach dem Tode ihres Vaters gestaltet worden.

Mündliche Reifeprüfung des Kronprinzen Wilhelm im Jahr 1900

Raum 3 und 4 behandeln die Kaiserzeit, als 1895 im Haus eine Schule für die sechs Söhne Kaiser Wilhelms II. eingerichtet wurde, anfangs sehr gegen den Willen der Kaiserin Auguste Viktoria, die ihre Söhne lieber in Berlin behalten hätte. Die sechs Prinzen werden in Form einer lebensgroßen Figurine, prachtvoll, dem Geschmack der Zeit entsprechend uniformiert, dargestellt. Eine vergrößerte Fotografie zeigt die mündliche Reifeprüfung des Kronprinzen Wilhelm im Jahre 1900. Umgeben von befrackten, würdevoll dreinschauenden Beamten und von ordenbehangenen Offizieren sitzt in der Mitte neben seinen drei Mitschülern der Kronprinz, dem die Anspannung anzusehen ist. Vor ihm, im Gehrock, steht der prüfende Professor Esternaux. Seine Nachkommen lieferten die in den Standvitrinen ausgestellten Prüfungsprotokolle, Aufsätze, Briefentwürfe, Skizzen, Zeichnungen und Übungsarbeiten der Kaisersöhne.

Zwei Internatlerinnen des späten 20. Jahrhunderts

Im fünften Raum wird die Nutzung des Gebäudes während der Internatszeit von 1951 bis 1997 gezeigt, in der Schülerinnen des „Internatsgymnasiums Schloß Plön“ dort wohnten. Bis zu 60 Mädchen im Alter von 9 bis 20 Jahren lebten hier mit ihren Erzieherinnen in enger Gemeinschaft. Das vielseitige Konzept des Internats änderte sich den Zeiten entsprechend. Anfangs übten sich die Mädchen noch im Nähen und anderen hausfraulichen Tätigkeiten, später gewannen selbstbestimmte Freizeitaktivitäten an Bedeutung. Neben Erinnerungsstücken aus dem Internatsleben und Mitbringseln aus aller Welt dominieren drei große, bleiverglaste farbige Fenster diesen Ausstellungsraum. Sie wurden 1964 im Kunstunterricht des Internatsgymnasiums Schloß Plön entworfen. Die Glasbilder stellen das Leben der Internatlerinnen und der im Schloß und im Sextanerheim wohnenden Internatler dar.

Der restaurierte Gartensaal

Das Prinzenhaus kann auch für private Veranstaltungen genutzt werden. Neben Tagungen, Konzerte und Jubiläen, erfreut es sich einer stetig wachsender Beliebtheit als Trauungsort für einheimische und auswärtige Paare. Den Brautpaaren bietet sich hier für Trauungen im kleineren Kreis das Marmorkabinett an, für eine größere Teilnehmerzahl steht der Gartensaal zur Verfügung (die zugelassene Personenzahl beträgt 80). Vor allem der dahinterliegende Schlossgarten bildet häufig die Kulisse für Fotoaufnahmen, die den unvergesslichsten Augenblick des Lebens festhalten. Weitere Informationen zu Heiraten in Plön.

Die detaillierte Nutzungsordnung könnt Ihr als pdf-Datei herunterladen, ebenso ein Merkblatt mit anhängigem Vertrag hier.

Quellen: Tourist Info/ Wikipedia

Eine kleine Tour durch das restaurierte Prinzenhaus kann man auch online auf den Seiten des Vereins unternehmen. Sie vermittelt einen groben Eindruck der restaurierten Räume. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Prinzenhaus live zu erleben.

Das Sextanerheim

Das alte Lazarett beherbergt heute privat genutzte Wohnungen (Foto: Tourist Info)

Das Backsteingebäude stammt aus der Zeit, als das Schlossgebiet als Kadettenanstalt genutzt wurde. Es wurde 1896/97 als Lazarett für erkrankte Schüler in wilhelminischer Kasernenarchitektur errichtet. Während der Zeit des Internats diente es als Sextanerheim, wobei es anfangs ausschließlich von Jungen bewohnt wurde. Später lebten hier nur die jüngeren Mädchen bis zur Oberstufe.

Nach der Schließung des Internats und dem Verkauf des Schlosses wurden hier nach einer anschließenden Sanierung Eigentumswohnungen untergebracht. Eine Besichtigung des Gebäudes ist leider nicht möglich.

Weiterführende Informationen

Ideen für einen Rundgang und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Gebäuden findet Ihr auf den Seiten der Tourist Info oder auch in dem empfehlenswerten Buch "Plön entdecken" der Marius-Bröger-Stiftung.

Gemeinsam mit den Autoren Dr. Silke Hunzinger (Texte) und Bernd Perlbach (Fotografien) hat die Marius-Böger-Stiftung unter dem Titel "Plön entdecken – Stadt und Schloss" ein Buch erarbeitet, das dem Leser die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten Plöns in ihrem stadtgeschichtlichen Kontext nahe bringt.